PC für lokale KI-Modelle (LLM) selbst zusammenstellen

Sprachmodelle wie Qwen, Llama oder DeepSeek lassen sich vollständig auf dem eigenen Rechner betreiben — ohne Cloud, ohne Abo, ohne dass deine Daten das Haus verlassen. Entscheidend ist dabei eine einzige Zahl: der Grafikspeicher (VRAM). Passt das Modell hinein, antwortet es flüssig. Passt es nicht, wird ausgelagert — und es wird zäh.

Direkt loslegen: Im Konfigurator wählst du unter „Lokale KI“ dein Wunschmodell aus — wir rechnen den VRAM-Bedarf aus und stellen einen passenden PC mit tagesaktuell geprüften Preisen zusammen.

Wie viel Grafikspeicher braucht welches Modell?

Als Faustformel gilt: Parameter (in Milliarden) × Bytes pro Parameter × 1,15 + Reserve für den Kontext. Die Bytes pro Parameter hängen von der Quantisierung ab — also davon, wie stark die Gewichte komprimiert gespeichert werden.

ModellGrößeVRAM (Q4)VRAM (Q8)Wofür geeignet
Qwen3 4B4B3 GB6 GBEinstieg, läuft fast überall
Qwen3 8B8B6 GB10 GBGuter Allrounder für den Alltag
Qwen3 14B14B10 GB18 GBDeutlich klüger, braucht Mittelklasse-VRAM
Qwen3 32B32B22 GB40 GBSehr stark, ab 24-GB-Karte
Qwen2.5 Coder 7B7B5 GB9 GBProgrammieren, klein und schnell
Qwen2.5 Coder 32B32B22 GB40 GBProgrammieren auf hohem Niveau
Llama 3.1 8B8B6 GB10 GBKlassiker, sehr gut unterstützt
Llama 3.3 70B70B46 GB87 GBProfi-Klasse, mehrere Karten nötig
DeepSeek-R1 Distill 7B7B5 GB9 GBSchlussfolgern, klein
DeepSeek-R1 Distill 14B14B10 GB18 GBSchlussfolgern, Mittelklasse
DeepSeek-R1 Distill 32B32B22 GB40 GBSchlussfolgern, stark
DeepSeek-R1 Distill 70B70B46 GB87 GBMaximale Qualität, Workstation
Mistral 7B7B5 GB9 GBSchnell und sparsam
Mixtral 8x7B47B31 GB59 GBMoE: schnell, braucht aber viel Speicher
Gemma 3 4B4B3 GB6 GBSehr genügsam
Gemma 3 27B27B18 GB34 GBStark, ab 20-GB-Karte
Phi-4 14B14B10 GB18 GBStark in Logik/Mathe für seine Größe
GPT-OSS 20B20B14 GB25 GBOffenes Modell, Mittelklasse
GPT-OSS 120B120B79 GB149 GBSehr groß — Workstation/Multi-GPU

Was bedeutet Quantisierung?

Quantisierung reduziert die Genauigkeit der gespeicherten Gewichte. Das klingt schlimmer, als es ist: Der Qualitätsunterschied zwischen Q4 und dem Original ist in der Praxis gering, der Speicherbedarf halbiert sich aber.

VarianteEinordnung
Q4 (empfohlen)Bester Kompromiss: kaum Qualitätsverlust, halber Speicher.
Q8 (hohe Qualität)Nahe am Original, braucht rund doppelt so viel VRAM wie Q4.
FP16 (unquantisiert)Volle Genauigkeit — nur für Training/Feintuning oder sehr große Karten.

Welche Hardware ist wirklich wichtig?

Konkret heißt das: Eine gebrauchte Karte mit 24 GB Speicher ist für lokale KI oft die klügere Wahl als eine neuere, spielstärkere Karte mit 12 GB — denn ein Modell, das nicht in den Speicher passt, wird nicht langsam, sondern unbrauchbar langsam.

Einrichtung Schritt für Schritt

1. Programm installieren

Für den Einstieg ist LM Studio am einfachsten: grafische Oberfläche, Modell-Browser und Chat in einem. Wer lieber ein Terminal nutzt oder das Modell per API ansprechen will, nimmt Ollama. Beide sind kostenlos und laufen unter Windows, macOS und Linux.

2. Grafiktreiber aktuell halten

NVIDIA: aktueller GeForce-Treiber genügt, CUDA wird mitgeliefert. AMD: aktueller Adrenalin-Treiber; unter Windows läuft die Beschleunigung über Vulkan/ROCm, je nach Programm. Ohne aktuellen Treiber rechnet alles auf der CPU — das ist um ein Vielfaches langsamer.

3. Modell in der richtigen Größe laden

Lade die quantisierte Variante (Dateiname enthält z. B. „q4_K_M“). Quantisierung heißt: die Gewichte werden mit weniger Bit gespeichert. Q4 halbiert den Speicherbedarf gegenüber Q8 bei kaum spürbarem Qualitätsverlust — deshalb ist Q4 für die meisten die richtige Wahl.

4. Prüfen, dass die GPU wirklich rechnet

Im Task-Manager (Reiter „Leistung“ → GPU) muss der Grafikspeicher beim Laden des Modells deutlich ansteigen. Bleibt er leer und die CPU-Last geht hoch, läuft das Modell auf der CPU: dann in den Programm-Einstellungen die GPU-Schichten („GPU layers“) hochsetzen.

5. Kontextlänge bewusst wählen

Der Kontext (wie viel Text das Modell gleichzeitig „sieht“) belegt zusätzlichen Speicher. Sehr lange Kontexte können ein Modell sprengen, das sonst gut passt. Im Zweifel klein anfangen (8k) und erhöhen, solange alles in den Grafikspeicher passt.

6. Wenn das Modell nicht ganz in den VRAM passt

Dann wird ein Teil in den Arbeitsspeicher ausgelagert („Offloading“). Das funktioniert, ist aber deutlich langsamer. Genau deshalb ist bei KI-PCs der Grafikspeicher wichtiger als die reine Spieleleistung — und viel RAM hilft als Puffer.

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Häufige Fragen

Welche Grafikkarte brauche ich für lokale KI?

Entscheidend ist der Grafikspeicher: 8 GB reichen für kleine Modelle bis etwa 8 Milliarden Parameter, 16 GB für die Mittelklasse, 24 GB für Modelle um 32 Milliarden Parameter. NVIDIA ist wegen CUDA der unkomplizierteste Weg.

Geht das auch mit AMD-Grafikkarten?

Ja, über ROCm oder Vulkan — es funktioniert, erfordert je nach Programm aber mehr Handarbeit als bei NVIDIA.

Was passiert, wenn das Modell nicht in den VRAM passt?

Dann wird ein Teil in den Arbeitsspeicher ausgelagert. Das Modell läuft weiter, antwortet aber deutlich langsamer. Deshalb lieber ein kleineres Modell oder eine stärkere Quantisierung wählen.

Wie viel Arbeitsspeicher sollte der PC haben?

Mindestens so viel RAM wie Grafikspeicher, besser das Doppelte. 32 GB sind für lokale KI ein guter Ausgangspunkt.

Welches Programm ist für den Einstieg am besten?

LM Studio bietet eine grafische Oberfläche mit Modell-Browser und Chat. Ollama ist die Wahl, wenn du das Modell per Kommandozeile oder API ansprechen willst.

Brauche ich für KI eine besonders schnelle CPU?

Nein, solange das Modell auf der Grafikkarte läuft. Erst wenn ausgelagert wird, gewinnen CPU und Speichertempo an Bedeutung.